Die «Heiratsstrafe» abschaffen! Deshalb: JA zur Individualbesteuerung
Bereits vor 40 Jahren hat das Bundesgericht entschieden, dass die steuerliche Diskriminierung von Ehepaaren, die sogenannte «Heiratsstrafe», abgeschafft werden muss. Mit der Individualbesteuerung – einem Kompromiss von Bundesrat und Parlament – gibt es nun endlich eine zeitgemässe Lösung: Alle Personen werden steuerlich gleich behandelt, unabhängig vom Zivilstand. Erwerbsarbeit soll sich für alle lohnen.
Das ist ein längst überfälliger Schritt für die Gleichstellung. Die GRÜNEN haben sich im Parlament am gefundenen Kompromiss stark beteiligt. Auch SP, GLP und FDP stehen dahinter. Konservative Kantone (ohne Bern!) und ein Komitee (u.a. aus SVP und Mitte) haben das Referendum ergriffen, weshalb das Volk am 8. März entscheiden kann: Gleichstellung und echte Steuergerechtigkeit – ja oder nein?
Die Individualbesteuerung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg der finanziellen Gleichstellung. 1988 wurde das neue Eherecht eingeführt – damals gegen ein Referendum von Christoph Blocher und seiner SVP. Ab dann erst durften Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemannes arbeiten und ein Bankkonto eröffnen. Ja, erst seit 1988!
Es dauert fast weitere 40 Jahre, bis die Gleichstellung auch bei den Steuern eingeführt werden kann. Der Zivilstand einer Person soll künftig keinen Unterschied mehr machen, ob sie mehr oder weniger Steuern bezahlt. 50% der Steuerzahlenden werden dadurch entlastet; für 36% ändert sich nichts. Nur 14% (mit meist sehr hohen Einkommen) müssen etwas höhere Steuern bezahlen – weil sie bisher vom ungerechten Heiratsbonus profitiert haben.
Wir haben in der Volksabstimmung vom 8. März, am internationalen Tag der Frau, die Chance, einen weiteren Schritt in Richtung wahrer Gleichstellung und echter Steuergerechtigkeit zu machen.
MZ-Gastbeitrag für die GFL Zollikofen: Aline Trede, Nationalrätin, Kandidatin der GRÜNEN für den Regierungsrat – zusammen mit den SP-Kandidierenden Evi Allemann (bisher), Hervé Gulloti und Reto Müller: zämewitercho!
Die anderen GFL-Abstimmungsempfehlungen:
- JA zur Klimafonds-Initiative «für eine gerechte Energie- und Klimapolitik: Investieren für Wohlstand, Arbeit und Umwelt“
- NEIN zur Initiative «200 Franken sind genug» und damit NEIN zur Halbierung des SRG-Budgets
- NEIN zur Bargeld-Initiative, aber JA zum Gegenentwurf (auch in der Stichfrage)
Bitte vormerken:
Aline Trede zu Gast in Zollikofen, am 14. März, 9 – 10 Uhr, auf dem Platz vor dem Coop Ziegeleimärit, mit den Kandidierenden der SP: Evi Allemann, Hervé Gulotti und Reto Müller. Infos: www.zaemewitercho.ch